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Plentern ist wieder etwas in Modegekommen, nachdem es fast 50 Jahre mausetot war. Aber es
ist eine teure Mode,warnt der Forscher Lennart Eriksson von SLU ( Sveriges
Lantbruks Universität ). Der Waldbesitzer, der anfängt seinen Wald zu
plentern, kann tausende Kronen/ha verlieren im Vergleich zur traditionellen Altersklassenwirtschaft.
Lennart Eriksson ist einer der bekanntesten schwedischen forstlichen Betriebswirtschaftler und hat mehr als 20 Jahre an forstlichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen gearbeitet. Als Reaktion auf die recht positiven Zeitschriftenartikel in der letzten Zeit, so auch in Skogseko, hat er eine Reihe ökonomischer Analysen und Berechnungen gemacht in einem Projekt zu verschiedenen Waldwirtschaftssystemen für private Waldbesitzer. Das Vorhaben wurde finanziert von der Brattarings Stiftung (SCA). Für acht Musterbestände hat er den Jetztwert für alle zukünftigen Erträge und Kosten berechnet, und zwar für zwei Alternativen: auf der einen Seite herkömmliche Altersklassenwirtschaft mit Durchforstungen, Endnutzung und Neukultur; auf der anderen Seite Plenterung, wobei der Wald nie endgenutzt wird, sondern durch ewig wiederholte Durchforstungen genutzt wird. Die Arbeit wurde vor kurzem bei einem Seminar in Uppsala vorgestellt. Das Resultat war eindeutig, sagt Lennart Eriksson:für meine Musterbestände ergibt die Plenterung viel geringere Jetztwerte. Und es sind keine kleinen Summen, um die es geht. Der Plenterer verliert 1000 Kronen/ha für den billigsten Musterbestand und bis zu 70 000 Kronen/ha für den teuersten. (10 Kronen entsprechen etwa 1 € ). Obwohl der Plenterer keine Kosten hat für Bodenvorbereitung, Pflanzung und Läuterung, bleibt der ökonomische Ertrag dennoch deutlich geringer. Das beruht nach Lennart Eriksson vor allem auf einer Sache: Plenterung ergibt eine geringere Kapitaleffektivität. Das ist ökonomensprache und bedeutet, dass der Waldbesitzer unnötig viel Holz - und damit Geld - in seinem Wald festgelegt hat.In einem Plenterwald gibt es dauernd einen hohen Holzvorrat, 200 - 250 Fm/ha, auch direkt nach einer Nutzung. Geht man unter dieses Niveau, wird der Wald zu licht und der Zuwachs leidet. Das ist aber ein großes gebundenes Kapital, das sich schlecht verzinst. Bei Altersklassenwirtschaft bekommt man bei der Endnutzung Geld frei, das in andere Bereiche investiert werden kann, die die Zinserwartungen des Eigentümers erfüllen: Aktien, Obligationen oder auch neue Waldankäufe. L. Eriksson hat seine Berechnungen mit einem Zinsfuß von 2% nach Steuern gemacht. Das ist ein Zinssatz, mit dem man üblicherweise bei forstlichen Modellen rechnet.Die Ursache für den geringen Zins ist, dass der Zuwachs im Wald nicht jedes Jahr besteuert wird wie der Ertrag eines gewöhnlichen Bankkontos. |
In meinen Modellen ist Altersklassenwirtschaft
ertragreicher als Plenterung noch bis
zu einem Zinssatz von 1,5%. Erst bei sehr niedrigem
kalkulatorischen Zinssatz kann
Plenterung möglicherweise konkurrieren,
sagt er. Aber das sind dann keine realistischen ökonomischen Modelle
mehr,unterstreicht er. Die Modellbestände zeigen auch, dass
Plenterung in alten Beständen teurer ist als in jüngeren. Das
beruht natürlich darauf, dass die Alternative, nämlich
endnutzen und das ganze Kapital zu vereinnahmen näher in der Zukunft
liegt. Plenterung ist auch um so teurer je besser der Boden ist. Der
"teuerste" Modellbestand ist ein hochproduktiver
Fichtenbestand mit Standortindex G 32. Dort war der Jetztwert bei
Plenterung 70 000 Kronen/ha geringer als bei
Altersklassenwirtschaft. Lennart Eriksson hat die für einen
Forscher typische Vorsichtigkeit und sagt, dass
forstliche Modellrechnungen immer unsicher sind. Erstens gibt es eine
generelle Unsicherheit bei forstlichen Modellen, weil niemand weiß,
was der Wald in 100 Jahren wert sein kann. Zweitens gibt es eine besondere
Unsicherheit in den hier behandelten Modellen: Trotz über 100
Jahren forstlicher Forschung wissen wir nicht wie
Plenterwälder eigentlich wachsen. Es
ist an sich ein Skandal, dass darüber nicht mehr geforscht wurde.
Aber das ist ein völlig anderes Thema, sagt er.
Ich habe in meinen Modellen angenommen, dass der
Zuwachs etwa gleich ist bei Plenterung und Altersklassenwirtschaft. Aber
es gibt Forscher, die behaupten der Plenterwald wächst
schlechter; aber es gibt auch welche, die sagen er wächst
besser. Ich habe in meinen Modellen die Mitte gewählt. Es gibt auch
Unsicherheit darüber, wie
Plenterwald sich verjüngt und
welche Durchmesserentwicklung die Bäume haben.
In einem streng ökonomischen Waldbau ist
Plenterung immer ein
Verlustgeschäft; das ergeben meine Berechnungen
ungewöhnlich deutlich, sagt Lennart
Eriksson, zumindest für
größere Waldbesitzer. Ein Waldbesitzer, der in
Eigenleistung mit eigenem Gerät die Holzernte macht,
arbeitet unter anderen Bedingungen, und da kann der Ertrag anders aussehen.
Außerdem ist es selbstverständlich, dass
Plenterung unter bestimmten
Umständen auch fuer einen rationellen Waldbau geeignet ist - Geld
und höchster Jetztwert ist ja nicht das Einzige, was zählt.
Zum Beispiel in stadtnahen Wäldern kann
Plenterung eine ausgezeichnete Art sein, um Erholungswert und Geldertrag zu vereinbaren.
Das selbe kann in Wäldern mit hohem Natur- oder Kulturwert der Fall sein.
Aus "Skogseko" vom Juni 2007; Übersetzung J.-A.Hewicker |